24.09.2017
Die Kulturlandschaft der Schusteracht-Region

Die Kulturlandschaft der Schusteracht-Region ist – wie Schleswig-Holstein insgesamt – ein Produkt der eiszeitlichen Vorgänge. Die liebliche Landschaft des „östlichen Hügellandes“ mit Seen und Wäldern ist im Lauf der Geschichte von mehreren ethnischen Gruppen besiedelt und geprägt worden.

Im Mittelalter siedelten im Westen des heutigen Holstein Sachsen (Holsaten, Dithmarscher, Stormaren) und im östlichen Landesteil seit dem Ende des 7. Jahrhunderts Slawen (u.a. Wagrier und Polaben). Um 810 hatte Karl der Große diese Siedlungsräume durch einen Grenzraum (limes saxoniae – Sachsengrenze) getrennt, der, von der Elbe bei Lauenburg kommend, im nördlichen Teil ab Bornhöved entlang der Alten Schwentine bis zur Mündung in die Kieler Förde verlief.

Die Region der „Schusteracht“ liegt im Schnittpunkt dieser beiden Siedlungsräume. Hier gibt es Spuren beider Kulturkreise, zum Beispiel Reste slawischer Siedlungen und Befestigungen sowie sogenannte Turmhügelburgen aus der Zeit der Christianisierung  und der deutschen Besiedelung, in deren Verlauf große Güter mit beeindruckenden Herrenhäusern entstanden.